Archiv der Kategorie: Gesundheitsmanagement

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Ob es sich um ein Softwareunternehmen, ein großen Konzern aus der Automobilbranche oder um die Zahnarztpraxis Dentaloft handelt. Die Mitarbeiter jedes Unternehmen altern. Um hohe Krankheitsstände zu vermeiden, versuchen die Unternehmen mehr und mehr Angebote im Bereich Gesundheitsmanagement für die Mitarbeiter anzubieten. Wir haben für Sie zusammengefasst, was Arbeitgeber für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun können.

Es gibt einige Möglichkeiten die Mitarbeiter bei einem gesunden Leben zu unterstützen. Alle Maßnahmen sollten sich allerdings individuell auf das Unternehmen und die Belegschaft beziehen. Die Chefetage sollte sich wirklich für die Gesundheit der Belegschaft interessieren und dementsprechend auch an den jeweiligen Maßnahmen teilnehmen. So wird das betriebliche Gesundheitsmanagement akzeptiert und auch wahrgenommen. Denn es ist äußerst wichtig, um das Gesundheitsverhalten der Mitarbeiter aktiv zu verbessern.

Plant ein Unternehmen die Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagement ist es ratsam erfahrene Sportmediziner, Physiotherapeuten sowie Psychologen und Ernährungswissenschaftler heranzuziehen. Mitarbeiter und Führungskräfte besitzen nämlich nicht immer genügend Wissen und Know-How über gesundheitliche Themen.

Bessere Leistungen durch gesunde Mitarbeiter

Studien haben ergeben, dass ein betriebliches Gesundheitsmanagement wesentlich zum Unternehmenserfolg beiträgt. Denn zum einen sind die Mitarbeiter gesünder und arbeiten motivierter. Dadurch steigt die Leistungsfähigkeit eines jeden Mitarbeiters, wodurch das Unternehmen profitiert.

Vor ab sollte ein Gesundheitscheck bei jedem Mitarbeiter durchgeführt werden.  Darüber hinaus bieten sich auch Seminare zu Themen wie Bewegung, Ernährung und Stressmanagement an. Viele Maßnahmen sind komplex und aufwändig. Es sollte darauf geachtet werden, dass Sie sowohl in beruflichen als auch in den privaten Alltag einfach zu integrieren sind.

Wir haben eine Checkliste für die Umsetzung des Gesundheitsmanagements zusammengestellt. Sie sollten Ihren Mitarbeitern klar machen, wie wichtig Ihre Gesundheit ist und alle Mitarbeiter dazu bewegen, an den Aktionen teilzunehmen. Nur wenn Sie es schaffen, ein  Gesundheitsbewusstsein in die Unternehmenskultur zu verankern, können diese Maßnahme Erfolge bewirken.

Auch die Arbeitspausen sollten Sie hierbei beachten. So könnte eine Maßnahme sein eine Kantine mit gesunden Speisen anzubieten. Auch Informationen über gesunde Ernährung sowie Kalorien- und Nährwertangaben in der Kantine steigert das Gesundheitsbewusstsein der Mitarbeiter. Attraktive Pausenplätze und Bewegungsmöglichkeiten können ebenfalls dazu beitragen.

Um die passende Maßnahme für Ihren Betrieb zu finden, sollte zunächst der aktuelle Ist-Zustand analysiert werden. Schauen Sie sich zunächst die aktuelle Krankheitsquote und Fluktuation an. Durch Mitarbeiterbefragungen können zudem starke psychische Belastungen heraus kristallisiert werden, die auf Grund falscher Abläufe im Unternehmen entstehen.

Die Umsetzung ist allerdings nicht von heute auf morgen möglich. Ein hoher Krankenstand sollte daher mit einem Stufenplan über eine längere Zeit bearbeitet werden.

Ein betriebliches Gesundheitsmanagement kann also sowohl die Motivation als auch die Mitarbeiterbindung im Unternehmen verstärken. Diese Maßnahmen werden Sie zum einem attraktivem Unternehmen machen.

Managed Care

Zur Begrifflichkeit von „Managed Care“ (bzw. „Managed Health Care“) existieren bisher keine eindeutigen, anerkannten Definitionen (vgl. Haubrock/Hagmann/Nerlinger 2000, S. 22). Das aus dem amerikanischen Raum stammende Modell von Managed Care als besondere, integrative und umfassende Versorgungsform kann jedoch als Überbegriff für verschiedene Organisations- und Finanzierungsmodelle im Gesundheitswesen verstanden werden. Diese Modelle haben gemeinsam zum Ziel, durch entsprechende Steuerungsmaßnahmen den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu managen und die Kosten von Gesundheitsleistungen zu senken sowie deren Qualität und Effizienz zu optimieren (vgl. ebd.). Zu den möglichen Versorgungsformen im Rahmen von Managed Care gehören z.B. das indikations- und populationsbezogene Disease Management, das Case Management (Fallmanagement), sowie die integrierte Versorgung mit indikationsübergreifender und populationsbezogener Ausrichtung (Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen 2007, S. 30). Die Besonderheit des Managed-Care-Ansatzes beruht auf einer Zusammenlegung von Leistungs- und Finanzierungsverantwortung innerhalb der Managed-Care-Organisationen sowie der Aufhebung der sektoralen Trennung der Leistungserbringer (vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen 2009, S. 143f). Durch die für Managed Care typische Zusammenfassung von Leistungserbringung und Leistungsfinanzierung innerhalb einer Organisation kann einerseits die sogenannte angebotsinduzierte Nachfrage reduziert und andererseits die präventive Ausrichtung der Gesundheitsvorsorge und die Effizienz von Gesundheitsleistungen gefördert werden (vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen 2009, S. 137f). Jedoch konnte der SVR mittels einem eigens durchgeführten systematischen Review weder einen eindeutig positiven noch einen negativen Einfluss von Managed Care auf die Qualität der Versorgung nachweisen; lediglich für speziell auf bestimmte Bevölkerungs- oder Versichertengruppen ausgerichtete Managed-Care-Programme wies er Erfolge nach (vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen 2009, S. 140). In seinem Gutachten „Kooperation und Verantwortung“ verglich der SVR (2007, S. 30ff) besondere Versorgungsformen bezüglich ihrer Managed-Care-Elemente. Einen sektorenübergreifenden und zugleich interdisziplinär-fachübergreifenden Ansatz weisen nach diesem Vergleich lediglich die Modellvorhaben nach §§ 63-65 SGB V, die integrierten Versorgungsformen nach § 140a-d SGB V und die strukturierten Behandlungsprogramme nach § 137f-g SGB V auf (vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen 2009, S. 126).

Quellenangaben
Haubrock, M., Hagmann, H., Nerlinger, T. (2000): Managed Care. Integrierte Versorgungsformen. Bern: Verlag Hans Huber.

Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (2007): Kooperation und Verantwortung. Voraussetzungen einer zielorientierten Gesundheitsversorgung. Gutachten 2007. Kurzfassung.

Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (2009): Koordination und Integration – Gesundheitsversorgung in einer Gesellschaft des längeren Lebens. Sondergutachten 2009, Kurzfassung.

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Was ist Stress bei der Arbeit?

Von Dr. Ralf Neuner

Die heutige Arbeitsorganisation stellt hohe Anforderungen. Der Arbeitsalltag ist von hohem Tempo bei weiterer Verdichtung der Arbeitsabläufe bestimmt. Gleichzeitig wird von den Beschäftigten Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Erfordernisse erwartet. Die Folgen werden landläufig oft als Stress bezeichnet[1]. Starkes, chronisches Stresserleben ist mit hohen Krankheitsrisiken verbunden (u. a. Verspannungen, Rückenschmerzen oder Herz- Kreislauferkrankungen), die hohe Kosten für den Betroffenen und den Betrieb verursachen. Die Folgen sind steigende Fehlzeiten, höhere Fluktuation, Leistungsabfall und mangelndes Engagement. Chronisches Stresserleben kann zu Konzentrations- und Gedächtnisproblemen führen, die begleitet sind von Erschöpfungszuständen und Neigung zu Ärger und Verstimmung. Damit sind oft erhöhter Konsum von Kaffee, Nikotin und Alkohol, der sich wiederum negativ auf die Gesundheit auswirkt, verbunden. Zu diesem Bild passt, dass der Anteil der psychischen Erkrankungen – einer weiteren möglichen Folge von chronischem Stresserleben – seit Jahren zunimmt. Augenblicklich sind psychische Erkrankungen für etwa 13% der Fehlzeiten verantwortlich (DAK Gesundheitsreport 2012)[2].

Der Hintergrund
Um die Anforderungen und Verpflichtungen bewältigen zu können, unternimmt eine Person eine Anstrengung (eine Investition in Zeit, Mühe, Kreativität). Als Gegenleistung wird dafür ein Ausgleich erwartet. Dieser Ausgleich geschieht in Form des regulären Einkommens, aber auch durch andere Faktoren wie erfahrene Wertschät-zung und Sicherheit des Arbeitsplatzes.

Die Folge
Besteht auf subjektiver Ebene in dieser Hinsicht ein Ungleichgewicht etwa in Form von viel Engagement, das nicht gewürdigt wird oder aber auch eine Bedrohung des Arbeitsplatzes ist die Folge davon eine körperliche Stressreaktion. Die Wissenschaft spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Gratifikationskrise[3]. Ist dies über einen längeren Zeitraum der Fall, kommt es zu den weiter oben beschriebenen Auswirkungen. Dieses Ungleichgewicht kann im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung mit einem Fragebogen erfasst und mit einem Wert ausgedrückt werden.

Was der Betrieb tun kann
Die Transparenz von Strukturen und Prozessen erleichtert es den Mitarbeitern, ihr volles Potential zu entwickeln. Die Grundlage bildet ein gut funktionierendes Kommunikationssystem auf allen Ebenen. Durch die Verankerung des Mottos Gesundheitsfördernd Führen in der Unternehmensstruktur wird das dazu nötige Bewusstsein geschaffen. Es ist oftmals vorteilhaft, wenn dieser Prozess im Rahmen der Organisationsentwicklung durch eine externe, neutrale Beratung begleitet wird.

Was der Einzelne tun kann
Durch die realistische Einschätzung der externen Anforderungen wird das eigene Stresserleben gemindert. Hierbei spielen das Erkennen der eigenen Ressourcen und die Verringerung von unrealistischen Kontrollbestrebungen und Erwartungshaltungen eine zentrale Rolle, genauso wie das Wahrnehmen von Belohnungschancen. Im Rahmen eines Stressbewältigungstrainings können Betroffene lernen, ihre Reaktionsweisen zu hinterfragen und so ihre eigenen Ressourcen stärken.

Autor: Dr. Ralf Neuner – Institut für Gesundheitsmanagement.

Quellenangaben:

[1] Siegrist K & T. Silberhorn (1998): Stressabbau in Organisationen. Münster. Lit.

[2] http://www.dak.de/content/filesopen/Gesundheitsreport_2012.pdf

[3] Siegrist J (1996): Adverse health effects of high effort – low reward conditions at work. Journal of Occupational Health Psychology, 1, 27-43.

Peter R (2002): Berufliche Gratifikationskrisen und Gesundheit. Psychotherapeut, 6, 386-398.

Alexianer-Krankenhaus Aachen bietet Dialektisch Behaviorale Therapie an

Die Dialektisch Behaviorale Therapie – ein spezialisiertes Konzept zur Behandlung der Borderline-Störung

In der Behandlung von Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung bietet das Alexianer-Krankenhaus Aachen ein neues Konzept an. Die Hermann-Josef-Station ist auf die Behandlung von Menschen mit dieser Erkrankung spezialisiert und nimmt ab dem 16. Januar 2012 neue Patienten auf. Betroffene können sich bei dem Diplom-Psychologen Andreas Günther unter der Rufnummer (02 41) 4 77 01-1 53 70 zu einem Vorgespräch anmelden. Dieses Vorgespräch ist vor einer möglichen Aufnahme unbedingt erforderlich. Die störungsspezifische Behandlung mit neun Plätzen ist einzigartig in der StädteRegion Aachen. Sie erfolgt nach der Dialektisch Behavioralen Therapie (DBT), einem auf die individuellen Patientenbedürfnisse abstimmbaren Therapiekonzept, das in den USA entwickelt wurde.

Die Zahl der Menschen, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung erkranken, wächst zunehmend. Derzeit sind rund ein bis zwei Prozent der Bevölkerung betroffen. Die Krankheit zeigt sich unter anderem in einer Störung der Gefühlsregulation. Die Patienten leiden an wiederkehrenden emotionalen Krisen, starker Anspannung und einer großen Unsicherheit in Bezug auf ihr Selbstbild. Viele Menschen mit einer Borderline-Störung verletzen sich selbst, wenn sie diesen emotionalen Druck nicht mehr ertragen können. Die Therapie im Alexianer-Krankenhaus geht auf das komplexe Krankheitsbild in besonderer Weise ein, weil sie sich mit den persönlichen Ursachen und den individuellen Rahmenbedingungen der Störung beschäftigt.

Die Dialektisch Behaviorale Therapie ist eine Form der Verhaltenstherapie. „Sie zielt darauf ab, dass der Patient die Ursache und Entstehungsgeschichte seiner Probleme nachvollziehen kann. Die Betroffenen üben Verhaltensweisen ein, die ihnen helfen, das eigene Wohlergehen zu stärken“, beschreibt Andrea Hauschild, Leitende Oberärztin der Hermann-Josef-Station, die Therapie. Dazu gehört das Erlernen von Fertigkeiten zur Spannungsregulation. „Wir legen großen Wert auf die Vermittlung von Achtsamkeit jedes Betroffenen gegenüber sich selbst zur besseren Wahrnehmung der eigenen Befindlichkeit und Bedürfnisse als Grundlage der Behandlung.“ Ergänzt wird die Therapie durch speziell auf das DBT-Konzept abgestimmte Ergo- und Musiktherapie, Körperpsychotherapie und Qi Gong zur Entspannung. „Die Verhaltenstherapie der Hermann-Josef-Station ist zudem dialektisch angelegt“, sagt der leitende Psychologe Andreas Günther über das Angebot. „Die Patienten leben in einer Welt aus Gegensätzen. In der DBT lösen wir gemeinsam mit ihnen die Gegensätze auf und finden einen alltagsnahen Lösungsansatz.“

Bei den Ursachen einer Borderline-Störung spielen in der Regel verschiedene Gründe eine Rolle. Neben der Veranlagung zu hoher Empfindsamkeit können frühe Gewalterfahrungen, Missbrauch oder Vernachlässigung auslösend sein. Kinder, die sich nicht geliebt oder wertgeschätzt fühlten, können die Störung entwickeln. Generell sind mehr Frauen, meist im frühen Erwachsenenalter, betroffen.

Neben der stationären Therapie bietet das Alexianer-Krankenhaus auch ambulante Therapiegruppen („Skills-Gruppen“) an. Zudem können sich Betroffene in einer psychoedukativen Gruppe ausführlich über das Krankheitsbild und die aktuellen therapeutischen Hilfen informieren.

Nähere Informationen zum Angebot sind zu erhalten bei dem Diplom-Psychologen Andreas Günther unter der Rufnummer (02 41) 4 77 01-1 53 70.

Interessierte können sich ohne Voranmeldung in der „Borderline-Sprechstunde“ informieren jeden Freitag von 11 bis 12 Uhr in der Institutsambulanz des Alexianer-Krankenhauses, Mörgensstraße 5−9, Telefon: (02 41) 4 77 01-1 52 13.

Quelle: Schwarz auf Weiß, Herzogenrath

BKG-Projekt für die medizinische Versorgung älterer Patienten ausgezeichnet

Das Bergische Kompetenzzentrum für Gesundheitsmanagement und Public Health erhält Zuschlag für die Erforschung regionaler Arzneimittelversorgung

Wuppertal, 22. Juli 2011 – Das BKG ist am 18. Juli beim landesweiten Wettbewerb „IuK & Gender Med.NRW“ des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. Ziel des geplanten Projekts ist die Entwicklung und modellhafte Erprobung eines Konzepts zur Versorgung älterer und mehrfach erkrankter Patienten. Durch eine trägerübergreifende Vernetzung soll damit die Arzneimittelversorgung der Betroffenen verbessert werden.

Das Land NRW suchte die besten Ideen für Information, Kommunikation und Qualität in einem geschlechtergerechten Gesundheitswesen, die zugleich die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft stärken. Die Ausschreibung stieß mit ihren über 100 Projektanträgen auf große Resonanz in der Fachöffentlichkeit und zählt damit zu den erfolgreichsten der Landesregierung. 17 Mio. € stellt das Land sowie die EU im Rahmen dieses Wettbewerbs für die Projektförderung zur Verfügung.

Alters- und geschlechtsspezifische Arzneimittelversorgung im Fokus
Am 18. Juli gab Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens die Ergebnisse des Wettbewerbs während der Veranstaltung „Best Practice Gesundheit.NRW“ bekannt und prämierte die besten 25 Projekte. Unter anderem wurde der Beitrag zum Thema „Alters- und geschlechtergerechte Arzneimittelversorgung“ der interdisziplinär zusammengesetzten Projektgruppe um das Bergische Kompetenzzentrum für Gesundheitsmanagement und Public Health der Bergischen Universität Wuppertal von einer unabhängigen Fachjury ausgewählt und prämiert.

Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf die Behandlung von Herz- und Gefäßerkrankungen gelegt. Das Konzept wird zunächst in den zwei Modellregionen Ahlen und Steinfurt erprobt und könnte im Anschluss nach umfassender Evaluation auf weitere Regionen ausgedehnt werden. Für die nächsten 36 Monate werden damit niedergelassene Ärzte, Apotheker, Pflege- und Wohnberater aus den Modellregionen Ahlen und Steinfurt sowie Wissenschaftler der Katholischen Hochschule Münster und der Bergischen Universität Wuppertal gemeinsam an der Einführung und Etablierung des Versorgungskonzepts arbeiten.

Über das Bergische Kompetenzzentrum für Gesundheitsmanagement und Public Health
Das BKG ist das Ergebnis einer zukunftsweisenden Kooperation von Unternehmen und Institutionen der Gesundheitswirtschaft und der Bergischen Universität Wuppertal (BUW). Als Institut der Schumpeter School of Business and Economics (SSBE) im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft, das auch vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie (MIWFT) des Landes NRW unterstützt wird, werden in Vollzeit und in berufsintegrierten Studiengängen zukünftige Führungskräfte für das Gesundheitswesen im Bereich „Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement“ ausgebildet.

Quelle:
Bergisches Kompetenzzentrum für Gesundheitsmanagement und Public Health
Fachbereich Wirtschaftswissenschaft/Schumpeter School of Business and Economics
Bergische Universität Wuppertal
Internet:
www.gesundheit.uni-wuppertal.de
www.publichealth.uni-wuppertal.de

Neuartige Ausbildung für eine bessere Versorgung von psychisch kranken Menschen

Das euregionale Kooperationsprojekt CHRONOS bildet Mitarbeiter der Psychiatrie zu „Lebensbegleitern“ aus – neue Kurse ab März 2011

Aachen, 20.12.2010
Die Versorgung von chronisch psychisch kranken und behinderten Menschen in der Euregio länderübegreifend zu verbessern – das ist das Ziel des Kooperationsprojektes CHRONOS, eines Verbundes psychiatrischer Einrichtungen der Euregio Maas-Rhein. Das Projekt bietet Mitarbeitern der Psychiatrie aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien die Möglichkeit, sich zum „Lebensbegleiter“ ausbilden zu lassen.

Neun Kursteilnehmer beschlossen jetzt die zweijährige, berufsgleitende Fortbildung. Bei einem Festakt im Alexianer-Krankenhaus Aachen erhielten die Absolventen die Zertifikate für ihre erfolgreiche Teilnahme an der euregionalen Schulung. „Die Teilnehmer werden in der Schulung auf eine netzwerk- und sozialraumorientierte Arbeitsweise vorbereitet“, erklärt Jürgen Amberg, Wohnbereichsdirektor der Alexianer Aachen GmbH und Geschäftsstellenleiter des Projekts CHRONOS, das Konzept. „Neben Seminaren zur psychiatrischen Rehabilitation und ihren soziokulturellen Aspekten ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Austausch von Personal zwischen den teilnehmenden Einrichtungen. Die Mitarbeiter lernen so durch die tägliche Praxis die Kultur der anderen Länder und ihrer Einrichtungen kennen.“

Neben den Seminaren und dem engen Austausch zwischen den Mitarbeitern werden im Rahmen der euregionalen Kooperation auch für Bewohner und ihre Familien Kontakte über die Ländergrenzen hinweg vermittelt. Darüber hinaus gibt es regelmäßig Fallbesprechungen zwischen Vertretern der teilnehmenden Einrichtungen, in denen spezifische Probleme der chronisch kranken Bewohner und ihrer Familien behandelt werden. Durch die enge Zusammenarbeit können die Psychiatrieerfahrungen aus den drei Ländern effektiv genutzt und in die Betreuung mit eingebracht werden. „Der Dialog im Netzwerk ist uns besonders wichtig“, betont Jürgen Amberg. „Nur durch den Austausch kann eine gemeinsame Fachlichkeit erreicht werden, die über die Fachlichkeit jedes Einzelnen hinausgeht.“

Nach einer dreijährigen Förderungsphase durch die EU arbeitet das Projekt CHRONOS mittlerweile ohne Subventionen. Die am Projekt teilnehmenden Einrichtungen sind: Alexianer Aachen GmbH in Aachen, Openbar Psychiatrisch Zorgcentrum (OPZC) in Rekem-Lanaken, Mondriaan Holding in Heerlen/Maastricht, RIBW Heuvelland & Massvallei in Maastricht sowie die Gangelter Einrichtungen Maria Hilf NRW gGmbH in Gangelt.

Der neue Kurs zum „Lebensbegleiter“ startet im März 2011. Auch Beschäftigte aus anderen Einrichtungen sind herzlich eingeladen, an dem Kurs teilzunehmen. Nähere Informationen erhalten Interessierte im Internet unter www.chronos-euregio.org.

Quelle: Schwarz auf Weiß, Herzogenrath. Internet: www.schwarz-auf-weiss-online.de

Weiterbildung Gesundheit, MBA Sozialmanagement

Eine nahezu boomende Sparte im Bereich von beruflicher Aus- und Weiterbildung ist jene der Gesundheits- und Sozialberufe. Viele Menschen haben in den vergangenen Jahren die Chancen auf einen Arbeitsplatz in dieser Branche entdeckt und begonnen, sich in diese Richtung weiterzubilden. Vor allem die demografische Entwicklung unserer Bevölkerung führt uns klar vor Augen, dass es in naher Zukunft einen sehr hohen Bedarf an Arbeitern und Angestellten in diesem Bereich geben wird. Bereits in 15 Jahren, so einheitliche Prognosen unterschiedlicher wissenschaftlicher Institute, wird jede dritte Frau oder jeder dritte Mann über 50 Jahre alt sein. Diese Erkenntnis rückt die Weiterbildung für Berufe aus der Branche Gesundheit in ein bedeutendes Licht. In Zukunft wird es nicht nur wichtig sein für die Gesundheit älterer Generationen zu sorgen, sondern auch deren alltägliches Leben zu organisieren. Darunter fällt beispielsweise auch die 24-Stunden-Pflege, eine Form der Altenbetreuung, die in Zukunft immer mehr Menschen in Anspruch nehmen werden.

Neben der Weiterbildung für Berufe aus dem Bereich Gesundheit, herrscht damit einhergehend auch ein großer Bedarf an Managern und Entscheidungsträgern aus dem Sozialbereich vor. Verwaltungsaufgaben, die zum Wohl der Bevölkerung abzuwickeln sind, stellen in diesem Bereich die Kernelemente der beruflichen Tätigkeit dar. Neben dem klassischen Studium der Sozialwirtschaft an Universitäten, bieten heute auch Fachhochschulen und private Hochschulen den Masterlehrgang Sozialmanagement, der mit dem Titel MBA (Master of Business Administration) abschließt, an. Der MBA Sozialmanagement ist somit eine stimmige Kombination aus wirtschaftlicher und sozialer Ausbildung auf akademischen Grad. Absolventen können sich glücklich schätzen aus beiden Bereichen die wesentlichsten Wissensgebiete vermittelt bekommen zu haben, um ihrer beruflichen Tätigkeit bestmöglich nachgehen zu können.

Neben der Bereitschaft zur Aus- und Weiterbildung von jungen Menschen wird es in Zukunft aber auch wegweisende politische Entscheidungen geben müssen, um den steigenden Personalbedarf im Gesundheitsbereich abwickeln zu können. Denn nur durch eine solide und nachhaltige Finanzierung kann der Gesundheits- und Sozialbereich auch weiterhin als Zukunftsbranche gelten.

Disease-Management-Programme

Grundlagen

Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte, qualitätsgesicherte, auf Leitlinien basierende Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen, welche in Deutschland aktuell für die Diagnosen Asthma, Brustkrebs, COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), Diabetes mellitus Typ 1, Diabetes mellitus Typ 2 und KHK (koronare Herzerkrankung) existieren. In der Öffentlichkeit werden sowohl die aus dem englischsprachigen Raum übernommene Bezeichnung „Disease-Management- (übersetzt = Krankheitsmanagement) Programme“, als auch die deutsche Bezeichnung „Strukturierte Behandlungsprogramme“ nebeneinander verwendet.

Die auf Evidenz basierenden DMP sollen dazu beitragen, durch regelmäßige Untersuchungen und eine bessere Zusammenarbeit zwischen den (koordinierenden) Hausärzten, Fachärzten, Krankenhäusern und anderen spezialisierten Einrichtungen, einer Verschlechterung der Erkrankung und dem Auftreten von Folgeschäden bzw. Begleiterkrankungen entgegenzuwirken.

Gesetzliche Rahmenbedingungen und Historie

Mit dem Inkrafttreten des „Gesetz zur Reform des Risikostrukturausgleichs in der gesetzlichen Krankenversicherung“ am 1. Januar 2002 wurde die Grundlage für die Einführung der DMP in Deutschland geschaffen. Ziel dieser Reform war eine bessere Versorgung von chronisch Kranken und zugleich die Anbindung von Morbiditätsrisiken (Krankheitsrisiken) der Krankenkassen an den Risikostrukturausgleich (RSA) zu verwirklichen.

Durch nachfolgende Verordnungen zur Änderung der Risikostruktur-Ausgleichsverordnung (RSAV), durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), wurden weitere gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen, da die speziellen Ziele, medizinischen Grundlagen und die Anforderungen bezüglich der einzelnen DMP durch die RSAV festgelegt werden. Jedoch erfolgt die letztendlich konkretere Ausgestaltung der Programme durch Rahmenvereinbarungen zwischen den Leistungsträgern (Krankenkassen) und den Leistungserbringern (Ärzte, Krankenhäuser etc.). Eine Zulassung von DMP für die Krankheit Diabetes mellitus Typ 2 zum Beispiel wurde erstmalig mit dem Inkrafttreten der „Vierten Verordnung zur Änderung der Riskostruktur-Ausgleichsverordnung“ (4. RSA-ÄndV) am 1. Juli 2002 möglich.

Allerdings unterscheiden sich die Zeitpunkte der Zulassungen in den einzelnen Bundesländern, da die Verträge zu den Programmen vom Bundesversicherungsamt (BVA) gesondert auf Antrag der (Landes-) Verbände der Krankenkassen akkreditiert werden müssen. Das BVA ist gemäß § 137 g Abs. 1 des Sozialgesetzbuch V (SGB V) für die Zulassung der DMP zuständig. Die Überprüfung durch das BVA erfolgt hinsichtlich der Einhaltung der, in der RSAV geregelten, gesetzlichen Kriterien und der durchführbaren Evaluation (Analyse, Bewertung) der DMP.

Seit Januar 2004 haben die Krankenkassen zudem die Möglichkeit, ihren Versicherten einen (finanziellen) Bonus für die Teilnahme am DMP anzubieten. Mit der neunten RSA-ÄndV wurde zum 1. März 2004 die Rechtsgrundlage für vereinfachte Dokumentationen und Abläufe beim DMP Diabetes mellitus Typ 2 geschaffen.

Am 1. September 2005 trat die zwölfte RSA-ÄndV in Kraft, mit der die Anforderungen an die Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 geändert wurden; es erfolgte eine Anpassung an die neuesten medizinischen Erkenntnisse. Weitere Änderungen bezüglich der DMP erfolgten aufgrund des Inkrafttretens von „Artikel 38 des Gesetzes zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG)“ am 1. April 2007. Dieser beinhaltet Änderungen in der RSAV: Neue Regelungen sollten dazu beitragen, den, mit den DMP verbundenen, bürokratischen Aufwand durch eine flächendeckende, elektronische Dokumentation der Leistungserbringer, vereinfachte Formulare und Änderungen der Prozesse zu reduzieren.

Ziele der Behandlungsprogramme

Die Ziele der DMP sind durch die RSAV gesetzlich geregelt: Grundsätzlich soll die Lebenserwartung erhöht und die Lebensqualität verbessert oder erhalten werden. Die Lebenserwartung läßt sich statistisch durch die Auswertung der, im Rahmen des DMP erhobenen, Daten erfassen. Für die Erfassung der Lebensqualität werden sogenannte „SF36“ Fragebögen verwendet, die den Teilnehmern über die Leistungsträger zugesandt werden.

Zusätzlich wurden allgemeine medizinische Therapieziele und die Ziele bezüglich einer individuellen Therapieplanung geregelt. Zu den allgemeinen, gesetzlich vorgegebenen, medizinischen Zielen, gehören (verkürzt aufgeführt): Vermeidung von Symptomen der Erkrankung, Vermeidung von Nebenwirkungen der Therapie, Reduktion des erhöhten Risikos für Morbidität (Krankheitswahrscheinlichkeit) und Mortalität (Sterblichkeit) sowie die Vermeidung von Folge- oder Begleiterkrankungen.

Auf der Grundlage dieser gesetzlich vorgegebenen Ziele sollen die Leistungsträger und Leistungserbringer Qualitätssicherungsziele entwickeln und beschliessen, die Bestandteil der DMP-Verträge sind und welche vom BVA akkreditiert werden müssen. Die Notwendigkeit der entsprechenden qualitätssichernden Maßnahmen ergibt sich aus dem § 137f Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 des SGB V, die Überwachung der Einhaltung der Qualitätssicherungsmaßnahmen erfolgt durch das BVA.

DemenzNetz Aachen präsentierte Zwischenergebnisse: Ausweitung über die ambulante Versorgung hinaus ist geplant

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt eröffnete die Veranstaltung

Am 12. September präsentierte das DemenzNetz Aachen seine Zwischenergebnisse einer breiten Fachöffentlichkeit aus Medizinern, Pflegefachleuten und Institutionen und Initiativen der Demenzversorgung aus der Region. Das Projekt ist eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft Aachener Hausärzte (AGAH) und des Alexianer-Krankenhauses Aachen zur Verbesserung der Frühdiagnose und der häuslichen Versorgung Demenzkranker und ihrer Angehörigen in der Region Aachen. In das seit Frühjahr 2008 und noch bis März 2010 vom Bundesgesundheitsministerium mit rund 500.000 Euro geförderte „Leuchtturmprojekt Demenz“ sind bereits mehr als 180 ambulant betreute Patienten und ihre Familien sowie rund 100 der insgesamt 190 Aachener Hausärzte eingeschrieben.

Eine Ausweitung des DemenzNetz Aachen über die ambulante Versorgung hinaus ist geplant. Dazu strebt das Projekt eine noch bessere Vernetzung mit Seniorenheimen, Sozialstationen und allen anderen in der Versorgung tätigen Partnern an. Insbesondere sollen auch die niedergelassenen Fachärzte mit ihrer Erfahrung enger in das Versorgungsnetzwerk einbezogen werden. Den Startschuss hierzu gab die Veranstaltung am 12. September. Aktuell kooperiert das DemenzNetz bereits mit der Leitstelle „Älter werden“ der Stadt Aachen und der Aachener Servicestelle Hospizarbeit.

„Ziel ist“, verdeutlichte Dr. med. Andreas Theilig, Chefarzt der Gerontopsychiatrie am Alexianer-Krankenhaus Aachen und Projektleiter des DemenzNetz Aachen, „das DemenzNetz aus dem Projektstatus in die Regelversorgung oder zunächst in ein regelversorgungsnahes Modellprojekt zu überführen. Hierzu führen wir derzeit Gespräche mit den in Frage kommenden Kostenträgern, zum Beispiel den Krankenkassen. Zusätzlich wollen wir das DemenzNetz ausweiten. Derzeit werden ambulant versorgte Patienten betreut, also Betroffene, die in der eigenen Wohnung oder bei Angehörigen leben. Letztlich geht es aber darum, alle an der Versorgung und Betreuung Demenzkranker beteiligten Personen und Institutionen in der Region Aachen optimal zu vernetzen und gemeinsam eine verbesserte Versorgung aller Betroffenen zu erreichen, also auch derjenigen, die in Altenheimen oder betreuten Wohneinrichtungen leben. Hierdurch könnte Aachen zu einer landesweit vorbildlichen Modellregion in der Demenzversorgung werden. Deshalb freue ich mich, dass heute so viele von Ihnen unserer Einladung gefolgt sind.“

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Sie stellte besonders heraus, dass das DemenzNetz sehr früh alle Betroffenen und alle in Frage kommenden Helfer (vom Hausarzt bis zum Krankenhaus) zusammenbringt und so die Familien erheblich entlastet. Danach folgte ein Grußwort von Kreisdirektor Helmut Etschenberg. Dr. Theilig präsentierte anschließend den Stand des Projektes, ehe Dr. med. Wilfried Duisberg (AGAH) zur Sicht der Aachener Hausärzte sprach und Professor Liane Schirra-Weirich von der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Aachen, die Evaluationsergebnisse vorstellte.

Zu den Ergebnissen:
Besonderheit des DemenzNetz Aachen ist, dass jeder angemeldete Betroffene und seine Angehörigen von einem Fallmanager des Projektes individuell betreut werden. Die Fallmanager erheben die häusliche Versorgungssituation, informieren über Hilfs- und Unterstützungsangebote und helfen bei der Einleitung konkreter Maßnahmen (wie Beantragung einer Pflegestufe, häuslicher Pflegedienst, Tagespflege oder Haushaltshilfen). Darüber hinaus stehen sie für entlastende Gespräche und die Vermittlung psychologischer und medizinischer Maßnahmen zur Verfügung. Sämtliche Leistungen der Beratung und Unterstützung sind für die Patienten und ihre Angehörigen kostenlos.

Nach Aussagen der Angehörigen sind die von den Fallmanagern betreuten Betroffenen und ihre Familien besser versorgt und entlastet, sie nehmen Hilfsangebote eher wahr als Betroffene ohne eine solch konzentrierte Unterstützung.

Alle Patienten sind mit einer standardisierten, leitliniengerechten Eingangsdiagnostik (MMST, Uhrentest, CGI, GAF, NPI) untersucht. Nach Bedarf erfolgen weitere Untersuchungen sowie die fachärztliche Behandlungsplanung in der Gedächtnisambulanz mit neuropsychologischer Diagnostik.

Die Hausärzte leiten die Behandlung ein, sie nehmen an Qualitätszirkeln und Schulungen in der leitliniengerechten Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen teil. Auch ihre medizinischen Fachangestellten werden im Krankheitsbild und im Umgang mit Betroffenen und Angehörigen geschult.

Gleichzeitig werden alle Behandlungspartner jederzeit über alle Schritte unterrichtet, wodurch Dekompensationen der häuslichen Versorgung sowie wiederholte Arztbesuche, Krankenhaus- und Heimeinweisungen verzögert oder vermieden werden können.

Das DemenzNetz bildet gemeinsam mit zwei lokalen Seniorenberatungen ehrenamtliche Helfer für die stundenweise Entlastung pflegender Angehöriger aus und vermittelt sie. Weitere Angebote sind Schulungen für Angehörige sowie Trainings für Betroffene zum Erhalt der Alltagskompetenz (etwa Gedächtnis- und Einkaufstraining).

Es gibt zudem ein Freizeitangebot, unter anderem eine Biografierunde, eine Kegelrunde und einen Singnachmittag.

Interessierte Projektpartner, Betroffene und Angehörige können sich jederzeit melden,
Telefon: (02 41) 4 77 01 15-3 55. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.demenznetz-aachen.de.

Quelle: DemenzNetz Aachen, www.demenznetz-aachen.de