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Was versteht man unter Narzissmus?

Narzissten leiden unter einem niedrigen Selbstwertgefühl. Weiterhin sind diese Menschen sehr empfindlich gegenüber Kritik. Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist eine gravierende Störung der Persönlichkeit, welche nicht vernachlässigt werden sollte. Denn mit Narzissten wird man es sehr oft zu tun haben, auf der Arbeit und auch im Privatleben.

Es kann daher auch nicht schaden, wenn man versteht wie Narzissten denken und handeln. Versteht man diese Menschen besser, so ist der Umgang mit ihnen auch angenehmer.

Sind Narzissten selbstverliebt?

Grundsätzlich wird der Begriff Narzissmus mit einer Selbstverliebtheit in Verbindung gebracht. Gleichzeitig ist Narzissmus auch eine Persönlichkeitsstörung, welche einen Krankheitswert annehmen kann. Im Vordergrund des Narzissmus steht eine übertriebene Selbstüberschätzung. Weiterhin haben Narzissten erhebliche Probleme sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Es fehlt ihnen an Einfühlungsvermögen.

Narzissten haben ein erhöhtes Suizidrisiko

Es gibt keine andere vergleichbare Krankheit, die derart hohe Suizidraten hat. Jeder zehnte Mensch, der eine solche Persönlichkeitsstörung hat, verübt Suizid. Die Tatsache, dass bei den betroffenen Menschen eine enorme Leere vorhanden ist, kann viele Menschen in den Tod treiben. Es sind aber auch andere Faktoren, welche Narzissten in den Suizid treiben. Dazu gehören auch chronische Überanstrengungen, der schlechte Umgang mit anderen Menschen, die fehlende Erfahrung mit anderen Menschen eine richtige Beziehung aufzubauen und vieles mehr. Narzissten werden in der Gesellschaft nicht so gerne angesehen. Insofern müssen sich diese Menschen auch auf ein schlechtes Feedback einstellen. Besonders auf dem Job möchte keiner mit Menschen zu tun haben, die nur über sich selbst denken. Doch ist dies nicht gerade erstrebenswert, weil oft in Teams gearbeitet wird. Narzissten haben hier also schon Probleme sich den Zielen des Teams unterzuordnen. Es ist daher auch kein Wunder, dass Narzissten Probleme im Job haben.

Krise als Chance für Veränderung?

Bei Narzissmus nehmen die betroffenen Personen die Symptome oft gar nicht wahr. Die Folgen werden als problematisch angesehen. Aus diesem Grund holen sich betroffene Personen nur selten fremde Hilfe. Erst wenn es zu spät ist, wird therapeutische Hilfe in Anspruch genommen. Leider muss an dieser Stelle auch gesagt werden, dass eine narzisstische Persönlichkeitsstörung nicht heilbar ist. Allerdings ist die gute Nachricht, dass sie gemildert werden kann. Die betroffene Person und das Umfeld müssen anschließend nicht mehr leiden.

Bluthochdruck und Diabetes mellitus

Was man gegen Bluthochdruck und Diabetes mellitus selbst tun kann

Krankheiten wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck („Hypertonie“) gelten nicht umsonst als sogenannte „Zivilisationskrankheiten“, denn sie sind zu einem Großteil – wohlgemerkt nicht immer – Resultate eines ungünstigen Lebensstils. Umgekehrt gilt insofern: Bereits durch eine Lebensstiländerung lassen sich bei diesen Krankheiten Verbesserungen der Symptome oder gar vollständige Heilung erzielen. Wir zeigen, worauf es dabei ankommt und was möglich ist.

Rund 5,7 Millionen Menschen in Deutschland leiden am Typ-II-Diabetes und um die 30 Prozent haben einen zu hohen Bluthochdruck, der laut den Angaben des Robert-Koch-Instituts in rund 50 Prozent der Fälle für Herzinfarkte und Schlaganfälle verantwortlich gemacht werden kann. Und die Prävalenzzahlen steigen. Vor allem beim Typ-II-Diabetes (den Typ-I lassen wir hier außen vor, da er einen Sonderfall darstellt) fällt auf, dass auch immer mehr Jugendliche an ihm erkranken, wo dies doch noch bis vor einiger Zeit als eine reine „Erwachsenenkrankheit“ galt und man deshalb häufig auch vom sogenannten „Altersdiabetes“ sprach. Ein Zusammenhang mit unserem modernen Lebensstil ist da kaum von der Hand zu weisen.

Ursachen vieler „Zivilisationserkrankungen“: Viel Zucker, wenig Bewegung

Der menschliche Körper ist komplex und entsprechend ist es auch die Medizin, die für dessen Erforschung, Wiederherstellung und Instandhaltung sich zuständig zeigt. Zugleich gibt es wohl bei den wenigsten Erkrankungen derart eindeutige Ursachen wie bei Zivilisationskrankheiten à la Diabetes mellitus und Bluthochdruck: Zu viel Zucker, viel zu wenig Bewegung.

Die Verbraucherzentrale etwa hat schon häufiger darauf hingewiesen, dass Hersteller Zucker in allen möglichen Produkten »en masse« unterbringen, und zwar vor allem deshalb, weil er günstig ist, gleichzeitig aber den Geschmack betont bzw. anreichert. So enthält etwa ein gewöhnliches Päckchen Soßenbinder bereits 19 Würfel Zucker. Und da, wo man ihn wohl am wenigsten vermuten würde, im Krautsalat nämlich, stecken immerhin noch ganze 16. Aber es ist nicht nur der versteckte Zucker, der problematisch ist; auch der bewusste Konsum von kurzkettigen Kohlehydraten und Süßigkeiten wird häufig zum Problem, sobald er überbordende Ausmaße annimmt. Und es schmeckt ja auch leider »soo« gut. Blöd nur, wenn man sich dabei zugleich kaum bewegt. Die Folgen: Übergewicht, und hiervon ausgehend, eben Diabetes und Bluthochdruck. Um die Entwicklung dieser Krankheiten rechtzeitig zu bemerken und einzudämmen – hier gilt die Maxime: Je früher, desto besser -, sollten Blutzucker und Blutdruck zuweilen bzw. bei Verdacht kontrolliert werden. Ein Blutzucker- bzw. Blutdruckmessgerät lässt sich heute handelsüblich erwerben. 

Einschränkend ist hinzuzufügen, dass Bluthochdruck ebenso wie Diabetes allerdings durchaus auch genetische Ursachen haben können, welche jedoch noch nicht hinreichend erforscht worden sind.

Was kann man tun?

Was man tun kann, ist ganz einfach: Die Ernährung umstellen und sich mehr bewegen. Beim Diabetes Typ-II beispielsweise kann dies sogar dazu führen, dass die Muskelzellen wieder für Insulin sensibilisiert werden und der Zuckerstoffwechsel sich somit normalisiert. Und auch der Blutdruck kann durch gute Ernährung und Bewegung auf ein annehmbares Maß gesenkt werden, sodass unter Umständen gänzlich auf Medikamente verzichtet werden kann. Was die Ernährung angeht, so gilt die sogenannte „Mittelmeerdiät“ als besonderes wirkungsvoll. Hierbei wird vor allem viel Pflanzenkost und Olivenöl konsumiert, während man mit Kohlehydraten und Zucker sparsam umgeht. Hinsichtlich der Bewegung sind insbesondere Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren oder moderate Aktivitäten wie Wandern zu empfehlen.

Diabetes mellitus Typ 2

Definition
Typ-2-Diabetes (auch Zuckerkrankheit genannt) ist ein Typ aus einer Gruppe von Stoffwechselkrankheiten (Endokrinopathien), die durch Störungen der Insulin-Abgabe oder Insulin-Aufnahme von spezifischen Zellen gekennzeichnet sind, welche zu einem dauerhaft erhöhten Wert von Glukose im Blut und damit zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) führen. Ein nachhaltig erhöhter Blutzuckerspiegel ist ein Risikofaktor und kann zu bestimmten Folgeerkrankungen führen (s. Begleit- und Folgeerkrankungen). Der Typ-2-Diabetes wird durch eine Insulinresistenz der vom Insulin abhängigen Körperzellen verursacht; da diese Zellen nicht in der Lage sind, ausreichend Insulin aus dem Blut aufzunehmen, kann in der Folge der Blutzuckerspiegel ansteigen. Hauptursache für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes ist mitunter die Fettleibigkeit (Adipositas). Eine in Deutschland anerkannte Definition der Bundesärztekammer zum Diabetes mellitus Typ 2 soll nachfolgend zitiert werden: „[…] Als Typ 2 Diabetes [sic! Neue amtliche Schreibung: Typ-2-Diabetes (Diabetes mellitus Typ 2)] wird die Form des Diabetes bezeichnet, die durch Insulinresistenz in Verbindung mit eher relativem als absolutem Insulinmangel gekennzeichnet ist“ (Zitiert aus der Definition der Bundesärztekammer: „Nationale Versorgungsleitlinie Diabetes mellitus Typ 2“).

Diagnostik
Die Sicherung der Diagnose eines Diabetes mellitus erfolgt durch die Messung von erhöhten Blutglukosewerten mittels einer qualitätskontrollierten Labormethode an mindestens zwei verschiedenen Tagen, gegebenenfalls auch durch einen oralen Glukosetoleranztest (OGTT). Die Grenzwerte für die Blutglukose liegen bei einer Messung in nüchternem Zustand bei 7,0 mmol/l oder 126 mg/dl, bei einer Messung in nicht nüchternem Zustand (bzw. zwei Stunden nach OGTT mit 75 g Glukose) bei 11,1 mmol/l oder 200 mg/dl. Diese Art der Messung von Blutglukosewerten liefert nur eine kurzfristige Aussage zum Glukosegehalt des Blutes, hingegen kann über eine Messung des Anteils von glykolisiertem Hämoglobin der mittlere Blutglukosespiegel der vergangenen ein bis drei Monate beurteilt werden, da ein langfristig erhöhter Gehalt von Glukose im Blut zu einer Einlagerung von Glukoseresten in den Blutfarbstoff Hämoglobin führt. Die Bestimmung des mittleren Blutglukosespiegels erfolgt anhand des HbA1c-Wertes; bei gesunden Menschen liegt dieser unter 6,5%.

Prävalenz
Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) bezeichnet den Anteil der Erkrankten (Diabetiker) im Verhältnis zu der (nicht an Diabetes erkrankten) Bevölkerung. In Deutschland leben nach Schätzungen (Relativ identische Schätzungen durch: AOK-Bundesverband, Deutsche Diabetes-Gesellschaft [DDG], Deutsche Diabetes-Union [Gesundheitsbericht 2005], Statistisches Bundesamt [Gesundheitsberichterstattung des Bundes]) derzeit etwa 4 – 8 Millionen Diabetiker (Quelle: Robert Koch-Institut [RKI]: Gesundheitssurveys, Prävalenz von Diabetes 1991, Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Diabetes mellitus, Kapitel 5.20 [Gesundheitsbericht für Deutschland, 1998]) , hiervon sind ca. 80% bis 90% an einem Typ-2-Diabetes erkrankt. Genauere Statistiken liegen nicht vor, da weder ein Register noch eine Meldepflicht existieren (vgl. Melderegister der DDR!). Dabei soll sich die Prävalenz in den nächsten Jahren nach Prognosen von derzeit ca. 5% noch auf bis zu 10% erhöhen. Von Bedeutung ist hierbei auch die mit steigendem Lebensalter zunehmende Wahrscheinlichkeit, an einem Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken (s.u. Risikofaktoren), da insgesamt das Lebensalter der Menschen und damit auch der Anteil an älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland aufgrund der zu beobachtenden demografischen Veränderungen weiter ansteigen wird (vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Altersaufbau der Bevölkerung). Bei Diabetikern steigt zugleich das Risiko für Folge- und Begleiterkrankungen (kumulativer Faktor; siehe Tabelle 1) an.

Risikofaktoren
Unter Risikofaktor versteht man ein Merkmal, welches mit dem Auftreten einer Erkrankung als ursächlich (kausal) in Verbindung gebracht wird. Durch eine positive Veränderung des Risikofaktors wird dabei das Risiko für das Auftreten eines Ereignisses herabgesetzt. Beispielhaft lässt sich aus Tabelle 1 ableiten, dass der Risikofaktor für das Auftreten eines Schlaganfalls bei Diabetikern um 2 bis 3 erhöht ist. Durch eine optimale Behandlung von Hyperglykämie (erhöhter Blutzuckerwert) und Hypertonie (erhöhter Blutdruck) bei Diabetikern lässt sich dieses Risiko reduzieren. Risikofaktoren für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes sind unter anderem: Fehlernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, soziale Lage, erbliche Veranlagung, Geschlecht und hohes Lebensalter (vgl.: Robert Koch-Institut, BGS98: Prävalenz des Diabetes mellitus nach Altersgruppen für die 18- bis 79- Jährigen); dabei lassen sich manche Faktoren eher leicht, manche nur schwer und die letzten drei genannten überhaupt nicht beeinflussen. Mit Hilfe sogenannter „Findrisk-Fragebögen“, welche zum Beispiel in Arztpraxen ausgelegt werden können, lässt sich durch einfaches Ankreuzen und Ablesen das individuelle Diabetes-Risiko herausfinden.

Begleit- und Folgeerkrankungen
Häufig vorkommende Begleiterkrankungen des Diabetes mellitus Typ 2 sind Bluthochdruck, krankhaft erhöhte Blutfette (Hyperlipidämie) und Übergewicht (Adipositas), welche, wie bereits oben beschrieben, gleichzeitig Risikofaktoren für typische Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall (Apoplex), Erblindung, Niereninsuffizienz, Nierenversagen und diabetischer Fuß darstellen. Diese Folgeerkrankungen basieren überwiegend auf Schädigungen des Gefäßssystems (vaskuläre Erkrankungen), die vor allem durch Hypertonie und Hyperlipidämie verursacht werden.

Tabelle 1: Kumulativer Faktor: Erhöhtes Risiko für Folgekrankheiten bei Diabetes

Krankheit Erkrankungsrisiko für Diabetiker
Erblindung 10 – 25
Durchblutungsstörungen 15 – 20
– des Herzens 2 – 6
– der Gliedmaßen 20 – 35
Schlaganfall 2 – 3
Chronisches Nierenversagen 15 – 20
Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes Das durchschnittliche Erkrankungsrisiko in der Bevölkerung beträgt 1

Therapie
Die Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 kann bei einer grenzwertigen Erkrankung zunächst über eine Basistherapie erfolgen. Zur Basistherapie gehören die Gewichtsreduktion, körperliche Aktivitäten und die Ernährungsumstellung (z.B. diätetische Beratung). Zusätzlich kann die Behandlung auch medikamentös durch die Einnahme von z.B. Tabletten (orale Antidiabetika) oder durch die Verabreichung von Spritzen oder durch Insulinpumpen (parenterale Antidiabetika) erfolgen. Zu den Hauptzielen einer Therapie des Diabetes gehören die Erhaltung bzw. die Wiederherstellung der Lebensqualität und die Verhinderung bzw. Verzögerung des Auftretens von Folgeerkrankungen.

Literatur
Deutsche Diabetes-Union (Hrsg.): Gesundheitsbericht 2005.

Deutscher Hausärzteverband e.V. / AOK-Bundesverband (Hrsg.): Hausarzthandbuch Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2. Verlag MED.KOMM, Urban und Vogel GmbH, München, Oktober 2005.

Hammes et al.: Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle der diabetischen Retinopathie und Makulopathie. Deutsche Diabetes-Gesellschaft (Hrsg.), November 2004.

Haslbeck et al.: Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle der sensomotorischen diabetischen Neuropathien (Erstveröffentlichung 2000 und aktualisierte Version 2004). Deutsche Diabetes-Gesellschaft (Hrsg.).

Hauner et al.: Schätzung der Diabeteshäufigkeit in der Bundesrepublik Deutschland anhand von Krankenkassendaten; Deutsche Medizinische Wochenschrift 117: 645-650. Jahrgang 2002.

Robert Koch-Institut (RKI): Gesundheitssurveys, Prävalenz von Diabetes 1991, Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Diabetes mellitus, Kapitel 5.20 [Gesundheitsbericht für Deutschland, 1998].

Robert Koch-Institut, BGS98: Prävalenz des Diabetes mellitus nach Altersgruppen für die 18- bis 79- Jährigen.

Standl et al.: Management der Hypertonie beim Patienten mit Diabetes mellitus. DDG, Juli 2000.