Von Arne Süßmuth

Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte, qualitätsgesicherte, auf Leitlinien basierende Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen.  Ziele der DMP sind unter anderem die Verbesserung der Lebensqualität der teilnehmenden Patienten, die Reduzierung von Risikofaktoren und die Verringerung von Folgeerkrankungen durch regelmäßige, standardisierte  Untersuchungen und koordinierte, leitliniengerechte Behandlungen der Patienten durch die teilnehmenden Hausärzte und/oder die Fachärzte. In Hessen wurde das DMP für Diabetes mellitus Typ 2 im Jahre 2003 eingeführt.

Die hier vorliegende Analyse des DMP Diabetes mellitus Typ 2 in Hessen stellt den Grad der Zielerreichung in Bezug auf die medizinischen und ökonomischen Parameter im Untersuchungszeitraum (2003-2006) dar. Grundlage dieser Analyse waren die bereits veröffentlichten Qualitätsberichte, Zwischen- und Abschlussberichte zur Evaluation der DMP von zwei hessischen Landesverbänden der Krankenkassen. Diese Berichte wurden in Bezug auf die einzelnen, seit Einführung der DMP vorgegebenen Ziele in Form einer systematischen Übersicht analysiert und mit beweisgestützten Leitlinien verglichen. Zusätzlich wurde anhand von Vergleichen mit Krankheitskostenstudien zum Diabetes mellitus zusammenfassend ausgewertet, ob sich ein ökonomischer Nutzen aus der Durchführung des DMP ableiten läßt.

Diese unabhängige Untersuchung kommt unter anderem zu dem Schluss, dass die vorgegebenen Therapieziele innerhalb des DMP weitestgehend den Empfehlungen bereits vorliegender, anerkannter Leitlinien entsprechen und sich deutliche medizinische Erfolge z.B. bezüglich der Blutdrucksenkung, der Reduktion des Raucheranteils, der Wahrnehmung von Schulungen und der Durchführung von augenärztlichen Untersuchungen innerhalb der Gruppen der Teilnehmer nachweisen lassen. Entwicklungsbedarf für weiterführende Maßnahmen besteht hingegen offensichtlich noch im Bereich der Gewichtsreduktion, da hier bis zum Ende des Beobachtungszeitraums keine positiven Ergebnisse erzielt wurden.

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