Liebe Besucher von health-manager.de/blog!

In diesem Gesundheitsblog möchten wir uns mit den Themen Gesundheitsmanagement; Gesundheitsbildung, Gesundheitsförderung und Prävention beschäftigen. Wir möchten Begrifflichkeiten beschreiben und Fragen zu diesen Themen diskutieren. Sehr gerne können Sie mit Ihrem Beitrag mithelfen, Ihr Wissen zu den oben genannten Themen hier zur Verfügung zu stellen!

Hinweis für Patienten

Die auf diesem Gesundheitsportal verfügbaren Gesundheitsinformationen können eine persönliche Beratung nicht ersetzen; sprechen Sie daher bei gesundheitlichen Beschwerden immer mit Ihrem Arzt oder einem entsprechendem Experten! Bei lebensbedrohlichen Notfällen wählen Sie bitte unverzüglich die bundeseinheitliche Notruf-Nr.: 112

Alkohol steht an erster Stelle der Suchtmittel in Deutschland

Köln (BZgA)

Alkohol ist das am weitesten verbreitete Suchtmittel in Deutschland. Hierauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des diesjährigen Weltdrogentages hin. Insgesamt haben rund 9,5 Millionen Deutsche zwischen 18 und 64 Jahren Alkoholprobleme. Das heißt, dass sie Alkohol in einer gesundheitlich riskanten Menge konsumieren. Etwa 1,3 Millionen von ihnen sind alkoholabhängig und bei rund zwei Millionen Menschen liegt Alkoholmissbrauch vor. Jedes Jahr sterben circa 74.000 Männer und Frauen an den Folgen ihres Alkoholkonsums.

In Ländern, in denen der Alkoholkonsum kulturell stark verankerter Teil des gesellschaftlichen Lebens ist, liegen die jährlich konsumierten Mengen an Reinalkohol pro Einwohner häufig auf einem gefährlich hohen Niveau. Deutschland liegt im europäischen Vergleich an fünfter Stelle. Der Pro-Kopf-Konsum der deutschen Bevölkerung ab dem 15. Lebensjahr beträgt im Durchschnitt zwölf Liter Reinalkohol pro Jahr.

Für einen erwachsenen Mann sind 24 Gramm Reinalkohol – etwa zwei kleine Bier – und für eine Frau zwölf Gramm Reinalkohol pro Tag an maximal fünf Tagen in der Woche gesundheitlich unbedenklich. Ein riskanter Alkoholkonsum, welcher diese Grenzwerte überschreitet, wird auf Dauer mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Gesundheitsschäden führen.

Zu den häufigsten durch chronischen Alkoholkonsum hervorgerufenen Krankheiten zählen Leberzirrhose, Schädigungen des Gehirns, die sich in Konzentrations- und Gedächtnisstörungen oder Intelligenzminderung äußern, sowie Herzmuskel- und Krebserkrankungen wie Leber-, Mund- und Speiseröhrenkrebs. In Deutschland belaufen sich die durch alkoholbedingte Erkrankungen hervorgerufenen volkswirtschaftlichen Kosten auf etwa 24 Milliarden Euro pro Jahr.

Die BZgA setzt sich bundesweit für die Prävention von Alkoholmissbrauch ein. Mit drei sich ergänzenden zielgruppenspezifischen Kampagnen informiert sie Jugendliche und Erwachsene über die mit Alkohol verbundenen Risiken:

  • Die Jugendkampagne “NA TOLL!” (www.bist-du-staerker-als-alkohol.de) mit der Zielgruppe der 12- bis 16-Jährigen.
  • Die Jugendkampagne “Alkohol? Kenn dein Limit.” (www.kenn-dein-limit.info) mit der Zielgruppe der 16- bis 20-Jährigen. Diese im Jahr 2009 gestartete Kampagne zum verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol wird vom Verband der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) unterstützt.
  • Die Erwachsenenkampagne “Alkohol? Kenn dein Limit.” (www.kenn-dein-limit.de).

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Internet: www.bzga.de

Weiterbildung Gesundheit, MBA Sozialmanagement

Eine nahezu boomende Sparte im Bereich von beruflicher Aus- und Weiterbildung ist jene der Gesundheits- und Sozialberufe. Viele Menschen haben in den vergangenen Jahren die Chancen auf einen Arbeitsplatz in dieser Branche entdeckt und begonnen, sich in diese Richtung weiterzubilden. Vor allem die demografische Entwicklung unserer Bevölkerung führt uns klar vor Augen, dass es in naher Zukunft einen sehr hohen Bedarf an Arbeitern und Angestellten in diesem Bereich geben wird. Bereits in 15 Jahren, so einheitliche Prognosen unterschiedlicher wissenschaftlicher Institute, wird jede dritte Frau oder jeder dritte Mann über 50 Jahre alt sein. Diese Erkenntnis rückt die Weiterbildung für Berufe aus der Branche Gesundheit in ein bedeutendes Licht. In Zukunft wird es nicht nur wichtig sein für die Gesundheit älterer Generationen zu sorgen, sondern auch deren alltägliches Leben zu organisieren. Darunter fällt beispielsweise auch die 24-Stunden-Pflege, eine Form der Altenbetreuung, die in Zukunft immer mehr Menschen in Anspruch nehmen werden.

Neben der Weiterbildung für Berufe aus dem Bereich Gesundheit, herrscht damit einhergehend auch ein großer Bedarf an Managern und Entscheidungsträgern aus dem Sozialbereich vor. Verwaltungsaufgaben, die zum Wohl der Bevölkerung abzuwickeln sind, stellen in diesem Bereich die Kernelemente der beruflichen Tätigkeit dar. Neben dem klassischen Studium der Sozialwirtschaft an Universitäten, bieten heute auch Fachhochschulen und private Hochschulen den Masterlehrgang Sozialmanagement, der mit dem Titel MBA (Master of Business Administration) abschließt, an.  Der MBA Sozialmanagement ist somit eine stimmige Kombination aus wirtschaftlicher und sozialer Ausbildung auf akademischen Grad. Absolventen können sich glücklich schätzen aus beiden Bereichen die wesentlichsten Wissensgebiete vermittelt bekommen zu haben, um ihrer beruflichen Tätigkeit bestmöglich nachgehen zu können.

Neben der Bereitschaft zur Aus- und Weiterbildung von jungen Menschen wird es in Zukunft aber auch wegweisende politische Entscheidungen geben müssen, um den steigenden Personalbedarf im Gesundheitsbereich abwickeln zu können. Denn nur durch eine solide und nachhaltige Finanzierung kann der Gesundheits- und Sozialbereich auch weiterhin als Zukunftsbranche gelten.

Analyse: Disease-Management-Programm Diabetes mellitus Typ 2 in Hessen

Von Arne Süßmuth

Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte, qualitätsgesicherte, auf Leitlinien basierende Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen.  Ziele der DMP sind unter anderem die Verbesserung der Lebensqualität der teilnehmenden Patienten, die Reduzierung von Risikofaktoren und die Verringerung von Folgeerkrankungen durch regelmäßige, standardisierte  Untersuchungen und koordinierte, leitliniengerechte Behandlungen der Patienten durch die teilnehmenden Hausärzte und/oder die Fachärzte. In Hessen wurde das DMP für Diabetes mellitus Typ 2 im Jahre 2003 eingeführt.

Die hier vorliegende Analyse des DMP Diabetes mellitus Typ 2 in Hessen stellt den Grad der Zielerreichung in Bezug auf die medizinischen und ökonomischen Parameter im Untersuchungszeitraum (2003-2006) dar. Grundlage dieser Analyse waren die bereits veröffentlichten Qualitätsberichte, Zwischen- und Abschlussberichte zur Evaluation der DMP von zwei hessischen Landesverbänden der Krankenkassen. Diese Berichte wurden in Bezug auf die einzelnen, seit Einführung der DMP vorgegebenen Ziele in Form einer systematischen Übersicht analysiert und mit beweisgestützten Leitlinien verglichen. Zusätzlich wurde anhand von Vergleichen mit Krankheitskostenstudien zum Diabetes mellitus zusammenfassend ausgewertet, ob sich ein ökonomischer Nutzen aus der Durchführung des DMP ableiten läßt.

Diese unabhängige Untersuchung kommt unter anderem zu dem Schluss, dass die vorgegebenen Therapieziele innerhalb des DMP weitestgehend den Empfehlungen bereits vorliegender, anerkannter Leitlinien entsprechen und sich deutliche medizinische Erfolge z.B. bezüglich der Blutdrucksenkung, der Reduktion des Raucheranteils, der Wahrnehmung von Schulungen und der Durchführung von augenärztlichen Untersuchungen innerhalb der Gruppen der Teilnehmer nachweisen lassen. Entwicklungsbedarf für weiterführende Maßnahmen besteht hingegen offensichtlich noch im Bereich der Gewichtsreduktion, da hier bis zum Ende des Beobachtungszeitraums keine positiven Ergebnisse erzielt wurden.

Weiter zur Analyse (PDF)

Studie: Gesundheitsinformation im Internet boomt

Köln (ots)

Deutliche Unterschiede in der Bekanntheit, Nutzung und Qualität von Gesundheitsportalen

Gesundheitsportale spielen für die Gesundheitsinformation der Bundesbürger mittlerweile eine zentrale Rolle. Bei den Internetnutzern haben sie den Arzt mittlerweile sogar von Platz 1 der in den letzten 12 Monaten am häufigsten genutzten Informationsquellen zu gesundheitlichen Themen verdrängt. Gleichzeitig bleibt das Bedürfnis nach fachlicher Autorität und persönlichen Gesprächen in Gesundheitsfragen aber weiterhin hoch.

Dies zeigt die aktuelle Studie “Health Care Monitoring 2009″ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGovPsychonomics AG zum Themenschwerpunkt “Gesundheitsinformation im Internet”. 2.000 Internetnutzer ab 16 Jahren wurden repräsentativ zur Gesundheitsinformation im Netz, zur Bekanntheit, Nutzung und wahrgenommenen Qualität von 54 Gesundheitsportalen sowie der Website ihrer eigenen Krankenkasse befragt.

In den vergangenen 12 Monaten haben sich demnach 79 Prozent der Internetnutzer im Netz über gesundheitliche Themen informiert, 72 Prozent beim Arzt, 64 Prozent in Apothekenzeitschriften und jeweils rund 60 Prozent in Gesundheitssendungen im Fernsehen, in  Mitgliederzeitschriften der Krankenversicherungen sowie in Tageszeitungen oder Zeitschriften. Erst mit deutlichem Abstand folgen persönliche Gespräche mit Apothekern (44%) und den Krankenversicherungen (36%). Die Arzneimittelhersteller (13%), Patienten-/Selbsthilfegruppen (9%) und medizinische Beratungshotlines (8%) spielen in punkto Gesundheitsinformation nur eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Ein Drittel der Internetnutzer (34%) informiert sich regelmäßig und zielgerichtet im Netz über gesundheitsrelevante Themen; die Hälfte (51%) beschäftigt sich eher “zufällig” damit. Grundsätzlich wenig Interesse an Gesundheitsthemen zeigen nur 15 Prozent aller Internetnutzer.

“Gesundheit zählt auch im Internet zu den Top-Themen des Alltags”, sagt Markus Schöne, Leiter der Gesundheitsmarktforschung bei der YouGovPsychonomics AG. “Die Zahl der hier konkurrierenden Informationsquellen ist allerdings auch besonders groß.”

54 Gesundheitsportale im Nutzertest

Insgesamt untersucht das aktuelle “Health Care Monitoring” 54 deutschsprachige Gesundheitsportale aus Sicht der Internetnutzer nach Bekanntheit, Sympathie, bevorzugter Nutzung und nach unterschiedlichen Qualitätsmerkmalen.

Übersicht aller 54 untersuchten Gesundheitsportale:

www.psychonomics.de/filemanager/download/2210

Verunsicherung als Kehrseite: Surfen im Internet ersetzt Arztbesuch nicht

Trotz des hohen Stellenwerts von Internetportalen für die Gesundheitsinformation der Bundesbürger sollten diese in ihrer Bedeutung jedoch nicht überschätzt oder falsch eingeordnet werden. Denn als Kehrseite des Mediums Internet bleibt nach der Informationssuche nicht selten ein Gefühl der Verunsicherung. Rund die Hälfte der Internetnutzer wünscht sich daher eine unabhängige Instanz, die ihnen die Informationen aus dem Internet bestätigt. Zu den mit Abstand wichtigsten Qualitätskriterien von Gesundheitswebsites zählen daher Quellenangaben, ausgewiesene Expertenaussagen und Verweise zu anderen relevanten Informationsquellen. Darüber hinaus spielen, neben der allgemeinen “Usability” der Websites, nachvollziehbare und umsetzbare Inhalte eine besonders hohe Rolle.

Freilich kann das Informationsangebot im Internet den Arztbesuch mit persönlicher Beratung, Untersuchung oder Diagnose nicht ersetzen, den Dialog zwischen Patient und Arzt aber durchaus sinnvoll ergänzen und unterstützen.

“Qualität, Beliebtheit und Usability der untersuchten Gesundheitsportale unterscheiden sich aus Nutzersicht ganz erheblich”, analysiert Schöne. “Die Betreiber sollten die differenzierten Studienergebnisse daher zur gezielten Überprüfung und Optimierung ihres Informations- und Unterstützungsangebots nutzen.”

Websites von Krankenkassen mit gutem Gesamturteil

Neben den Gesundheitsportalen wurden in der Studie “Health Care Monitoring 2009″ auch die Websites der jeweils eigenen Krankenkasse aus Nutzersicht untersucht. 70 Prozent der Internetnutzer haben diese bereits besucht und nutzen sie durchschnittlich alle 3-6 Monate.

Die komplette rund 100-seitige Studie “Health Care Monitoring 2009 – Gesundheitsinformation im Internet” mit zahlreichen weiteren Ergebnissen und den ausführlichen Rankings ist über die YouGovPsychonomics AG beziehbar.

Weitere Studieninformationen:

www.psychonomics.de/filemanager/download/2212

Quelle: YouGovPsychonomics AG